KOBV > Der KOBV > Verbund > Strategie

Open Access als strategische Leitlinie des KOBV

Die Open-Access-Leitlinie ist unter CC-BY 4.0 veröffentlicht worden auf dem OPUS 4-Repositorium des Zuse Institute Berlin. ZIB-Report 17-54; URN: urn:nbn:de:0297-zib-65303


Grundsätzliches Ziel des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV) ist es, die in ihrer Dichte und Vielfalt in Deutschland einmalige Bibliothekslandschaft in Berlin und Brandenburg mit ihren rund 800 aus öffentlichen Mitteln finanzierten Bibliotheken den veränderten Bedürfnissen des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes anzupassen. Gemeinsam mit allen KOBV-Mitgliedern soll ein leistungsfähiges Informationssystem mit internationaler Spitzenstellung angeboten werden für regionale, ebenso wie für nationale und internationale NutzerInnen. In diesem Zusammenhang hat Open Access als Grundlage und Voraussetzung für Nachnutzbarkeit, Transparenz und freie Zugänglichkeit zu wissenschaftlichen Informationen, Forschungsergebnissen und Daten des kulturellen Erbes einen hohen Stellenwert.

Den konkreten politischen Rahmen für den Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg bildet die vom Senat Berlin 2015 verabschiedete Open-Access-Strategie des Landes Berlin mit den darin formulierten Zielen. Der KOBV unterstützt und verfolgt die Umsetzung dieser Strategie aktiv und versteht Open Access als ein strategisches Leitthema für die Weiterentwicklung seiner Dienstleistungen und der Dienstleistungen seiner Mitgliedsbibliotheken. Zu diesem Zweck arbeitet der KOBV mit den Berlin-Brandenburgischen Open-Access-Akteuren eng zusammen und erweitert die KOBV-Zentrale systematisch ihr Open-Access-Knowhow.

  • Der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg empfiehlt seinen Mitgliedsbibliotheken:

    1. Open-Access-Publizieren in der Bibliothek als ein zentrales Themenfeld zu verankern und in der Institution und der Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren,
    2. Qualitätsgeprüfte Open-Access-Publikationen von und für die eigenen WissenschaftlerInnen sichtbar zu machen,
    3. Serviceangebote für Open-Access-Publizieren weiter auszubauen und dabei durch Kooperationen Synergien zu nutzen,
    4. Die von der Bibliothek selbst veröffentlichten Publikationen, wenn immer möglich, unter der offenen Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ (CC-BY) auf einem Repositorium Open Access zugänglich zu machen,
    5. Digitalisate von gemeinfreien Werken, bei deren Erstellung keine schützenswerten Rechte entstanden sind, mithilfe der Public Domain Mark als gemeinfreie Werke auszuweisen. Auf Nutzungshinweise (wie die Bitte um Namensnennung der digitalisierenden Bibliothek) kann aufmerksam gemacht werden, diese sollten jedoch nicht Teil der Lizenz sein.
    6. Bibliografische Metadaten über die offene Creative-Commons-Lizenz „Public Domain Dedication“ (CC0) gemeinfrei bereitzustellen.

  • Die KOBV-Zentrale unterstützt die Mitgliedsbibliotheken mit konkreten Open-Access-Infrastrukturen, die stetig weiter ausgebaut und optimiert werden.

    1. Mit → OPUS 4 stellt der KOBV Bibliotheken eine Open-Source-Software für die Erschließung, Veröffentlichung, Administration, Recherche und Verbreitung von Dokumenten mit und ohne Volltext zur Verfügung. Publikationen werden im OPUS 4-Repositorium Open Access zweitveröffentlicht und können DINI-zertifiziert über BASE und/oder die Deutsche Nationalbibliothek verbreitet werden. Die KOBV-Zentrale engagiert sich auf hohem Niveau für die Weiterentwicklung der Software und stellt ein professionelles Hostingangebot bereit.
    2. Gemäß Standardleistungsverzeichnis bietet der KOBV für seine Mitgliedsbibliotheken eine digitale Langzeitarchivierung für (Forschungs-) Daten an, die im Verantwortungsbereich der Bibliothek liegen. Das Ziel ist die dauerhafte Sicherstellung der Zugänglichkeit im Sinne der Lesbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Daten. Dafür entwickelt die KOBV-Zentrale das Langzeitarchiv → „EWIG auf hohem Niveau kontinuierlich weiter.
    3. Im Rahmen von Projekten beteiligt sich die KOBV-Zentrale an der Entwicklung und am Aufbau von Infrastrukturen, die die Open-Access-Transformation vorantreiben. Dabei werden automatisierte Lösungen bevorzugt.
    4. Im Rahmen seiner regelmäßigen Gremiensitzungen und Veranstaltungen bietet der KOBV einen Ort der Vernetzung, des Wissenstransfers und des Austauschs über Best-Practices. Open Access ist ein regelmäßiges Thema auch auf dem jährlich stattfindenden → KOBV-Forum.
    5. Der KOBV tritt im Rahmen von Standardisierungsaktivitäten auf nationaler Ebene dafür ein, Open-Access-Publikationen sichtbarer zu machen und Open-Access-Informationen auch in bibliografischen Daten zu verankern.
    6. Die KOBV-Zentrale greift mittelfristig Themen, wie z.B. Forschungsdatenmanagement oder Monitoring von Veröffentlichungsleistungen, auf und entwickelt gemeinsam mit den Mitgliedsbibliotheken in diesen Feldern bedarfsgerechte, konsortiale Angebote.

  • Die KOBV-Zentrale verpflichtet sich, ihre Publikationen zukünftig wie folgt zu veröffentlichen:

    1. Die offene Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ (CC-BY) ist die Standardlizenz für eigene Inhalte der KOBV-Zentrale (Jahresberichte, Flyer), für Inhalte der Webseiten (Texte und Bilder) und sonstige Inhalte.
    2. Fachveröffentlichungen der MitarbeiterInnen der KOBV-Zentrale erfolgen grundsätzlich Open Access, entweder auf dem goldenen Weg oder auf dem grünen Weg über das OPUS 4-Repositorium des Zuse Instituts Berlin.

Die Leitlinie wurde abgestimmt und verabschiedet in der 41. Sitzung des KOBV-Kuratoriums am 20.10.2017 und tritt am 01.11.2017 in Kraft.