Das K2-Projekt der KOBV-Zentrale ist eines der vom Land Berlin mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) geförderten Projekte im Wettbewerb »Digitalisierung und IT-Anwendungen von Einrichtungen der Informationsversorgung«. Bis September 2015 wird das jetzige KOBV-Portal grunderneuert, erweitert und dabei auf eine neue Softwarebasis gestellt.
Nutzerumfragen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir mit dem existierenden KOBV-Portal den Erwartungen nicht genügen. Zu Recht werden die Antwortzeiten und die umständliche bzw. unübersichtliche Navigation beklagt. Das Prinzip der verteilten Suche ist nach der Nutzererwartung und auch gemessen an technischen Anforderungen an seine Grenzen gestoßen und nicht mehr zeitgemäß. Den Kern des neuen Systems wird deshalb ein zentraler Suchindex bilden. Technisch soll die Tiefensuche in den Beständen auch kleinster Bibliotheken und die Erfassung ihres nicht gedruckten („born-digital“-) Materials möglich werden. Die Suche wird außerdem deutlich schneller. Funktional wird das Portal umfassend modernisiert, um das zentrale Suchinstrument für die für Anwender einfacher und intuitiver zu gestalten. Damit wir die Erwartungen und Wünsche der Nutzer auch erfüllen können, kooperieren wir mit dem Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin im Rahmen von Projektseminaren zur Benutzerforschung.
Die KOBV-Zentrale engagiert sich im Bereich Forschungsdaten und Langzeitarchivierung. Mit DFG-Förderung läuft das Projekt »Entwicklung von Workflowkomponenten für die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in den Erd- und Umweltwissenschaften« in Kooperation mit dem GeoForschungszentrum Potsdam und dem Institut für Meteorologie der FU Berlin. Das Projekt ist auf die Unterstützung der Übertragung von Forschungsdaten aus unterschiedlichen Forschungsumgebungen in digitale Langzeitarchive ausgerichtet. Ein Schwerpunkt der Arbeiten besteht in der Optimierung des Ingestprozesses an der Übergabeschnittstelle zwischen Datenproduzent und Speicherort. Neben Tests und Empfehlungen für den Einsatz von Validierungstools für Datenpakete steht die Erstellung von Musterpolicies und Best-Practice-Dokumentationen für die bestmögliche Nachnutzbarkeit auf der Projektagenda. Weil Kenntnisse im Forschungsdatenmanagement zunehmend an Bedeutung für die wissenschaftliche Arbeit gewinnen, sollen Erkenntnisse aus dem Projekt in geowissenschaftliche Lehrveranstaltungen unter anderem in der Bachelor-Ausbildung an der FU Berlin einfließen. Neuigkeiten zum Projekt sind auf der Blog-Homepage unter http://ewig.gfz-potsdam.de/ zu finden.
Jeder Katalog enthält fehlerhafte Daten, die das Auffinden von vorhandenen Informationen erschweren, im schlimmsten Fall unmöglich machen. Im Projekt Mable+ wird auf Basis des im KOBV eingesetzten Analyseprogramms MABle die neue Software Mable+ zur automatischen Fehleranalyse und – soweit möglich – Fehlerkorrektur entwickelt. Die Vorgängerversion MABle ist ein Programm für die Fehleranalyse im MAB2 Format, das bereits bei der Migration von Bibliothekskatalogen in den B3Kat verwendet wurde, um vorab die Qualität der Metadaten einzuschätzen und Probleme beseitigen zu können. Für die Analyse mit Mable+ wird keine Datenbank mehr verwendet. Stattdessen werden die MAB-Daten beim Einlesen sofort analysiert. Dadurch kann die notwendige Verarbeitungszeit wesentlich verringert werden. Mit dem Entwicklungsprojekt soll ein Baukastensystem als Open-Source Software auf Basis von Java entstehen, das eine Datenanalyse, Bereinigung und Konvertierung, eventuell auch Dublettenerkennung, für beliebige bibliographische Datenbestände ermöglicht – mittelfristig auch in MARC21. Das Projekt wird auf der Mable+ Homepage dokumentiert: http://mable.kobv.de/
Im Bibliotheksumfeld werden unter dem Stichwort Katalog 2.0 verschiedene Verfahren zur verbesserten Präsentation von hochwertigen Kataloginhalten untersucht. Contentvisualisierung als unterstützendes Suchwerkzeug zur Wissensexploration oder zur Eingrenzung von Suchergebnissen jenseits von Treffersortierung und Facettenfilterung ist bisher kaum in Portalen und OPACs verbreitet. Im Entwicklungsprojekt werden verschiedene Ansätze der Contentvisualisierung für die Inhalte der Verbundkataloge bzw. Portale von BVB und KOBV evaluiert, getestet und gegebenenfalls umgesetzt. Dabei geht es nicht um die Eigenentwicklung von Software sondern um die Anpassung bereits vorhandener Lösungen an die spezifischen Anforderungen von Retrievaloberflächen und den größtmöglichen Nutzen für die Anwender. Hauptaufgabe der Entwickler ist einerseits (bibliothekarisch) die Identifizierung der formal und inhaltlich geeignetsten Datenquellen für Visualisierungszwecke, andererseits (informationstechnisch) die Auswahl und Anpassung in Frage kommender Softwarelösungen.
- Projektbearbeitung vorerst zurückgestellt -
Die Entwicklungen im Bereich Mobile Applikationen haben durch die starke Verbreitung Mobiler Endgeräte (Smartphones, Tablet PCs und E-Book-Reader) deutlich an Bedeutung im Bibliotheksumfeld gewonnen. E-Books und Online-Publikationen der Hochschulen werden seit einiger Zeit von Bibliotheken als PDF-Dateien über die lokalen Kataloge und/oder über institutionelle Repositorien zur Ausleihe bzw. zum Download zur Verfügung gestellt. Das PDF-Format ist für die Anzeige auf Mobilen Endgeräten aufgrund der starren Formatierung weniger geeignet als XML-basierte Textformate, die verschiedene Anzeigeformate und Zoomstufen flexibel zulassen. Aufgrund fehlender Standardisierungsverfahren sind dabei inzwischen vielfältige Dateiformate für E-Books entstanden. Neben proprietären Formaten bzw. Software wie Mobipocket, Sony eBooks oder Palm Media eReader gibt es auch freie Formate wie FictionBook und ePUB. Mit dem ePUB-Format existiert ein auch bei den kommerziellen Anbietern weitverbreiteter, offener Standard, der von praktisch allen Endgeräten gelesen werden kann. Im Projekt soll geprüft werden, ob Softwaretools für die automatische Konvertierung von PDFs in verschiedene geeignete E-Book-Formate mit vertretbarem Aufwand entwickelt bzw. angepasst werden können. Dazu gehört die Überprüfung der Praktikabilität beim Einsatz im Massenbetrieb. Um zu vermeiden, dass Dokumente in verschiedenen Formaten dauerhaft zentral vorgehalten werden müssen, soll hier insbesondere geprüft werden, ob eine Konvertierung „on the fly“ bei Download eines PDF-Dokuments praktikabel umsetzbar ist.