Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg

KOBV-Projekt (1997-2000)


 

 

 

 

 
KOBV - Ziele, Organisation, Technik
 

Mit dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) ist in der Region eine Serviceeinrichtung entstanden, die dem Nutzer den Online-Zugang zu den Beständen der wissenschaftlichen Bibliotheken ermöglicht. Gleichzeitig hat der Einsatz neuer Technologien in den Bibliotheken den Rollenwechsel von "Buchlieferanten" zu "Informationsvermittlern" gefördert.


Informationsflut und Informationsmangel -
neue Herausforderungen für die Bibliotheken

Die rasante technologische Entwicklung der letzten Jahre hat den Umgang mit Information auf gravierende Weise verändert. Zum klassischen Buch- und Zeitschriftenangebot sind vielfältige elektronische Quellen hinzu gekommen. Ausgerüstet mit Rechnern und Netzzugang haben Studenten und Wissenschaftler ihre Arbeitsweise geändert, suchen elektronischen Zugang zur Literatur und zu Nachweissystemen und bieten selbst elektronische Publikationen an.

Die Situation heute ist gekennzeichnet durch

  • Informationsflut einerseits, bedingt durch die weiterhin steigende Publikationstätigkeit und durch den leichten Zugang zu Informationen im Internet,
  • Informationsmangel andererseits, hervorgerufen durch sinkende Bibliotheksetats bei explodierenden Buch- und Zeitschriftenpreisen und durch die unzureichende Erschließung der Internetquellen.

Mit der Gründung des KOBV haben sich die Berliner und Brandenburger Bibliotheken der Herausforderung durch die neuen Technologien gestellt und nutzen deren Chancen, um diese globale Problematik zu überwinden.


Nutzerorientierung und dezentrale Organisation -
die Prinzipien des KOBV

Im Mittelpunkt des KOBV steht der Nutzer, dem der umfassende und schnelle Zugang zur Information ermöglicht wird. Dienstleistungsorientierung, der Einsatz moderner Technik und das Angebot von Online-Services kennzeichnen den Rollenwechsel in den Bibliotheken.

Das Konzept des KOBV setzt auf eigenständigen lokalen Systemen auf und sieht eine eher "lose" Verbundstruktur vor. Die Zusammenarbeit der Bibliotheken im KOBV beruht auf den Prinzipien der Dezentralisierung, Deregulierung und Kooperation.

  • Dezentralisierung
    Die Bibliotheken übernehmen einen Teil der Aufgaben, die in anderen Verbünden von der Zentrale wahrgenommen werden; dabei werden sie von einer kleinen Zentrale unterstützt.
  • Deregulierung
    Das dezentrale Konzept gibt den KOBV-Partnern vor allem in bezug auf die Erschließung einen größeren Handlungsspielraum, indem sie bibliotheksspezifisch, d.h. je nach Nutzer- und Bestandsspektrum, die Erschließungsart, den Erschließungsumfang und die Erschließungstiefe der Medien bestimmen können. Als gemeinsamer regionaler Standard ist lediglich ein Mindeststandard auf der Basis von RAK definiert worden.
  • Kooperation
    Die Kooperation innerhalb des KOBV wird in Eigeninitiative und Eigenverantwortung von den KOBV-Partnern getragen.
    Der KOBV wird - in der Zusammenarbeit mit Verbünden und anderen bibliothekarischen Einrichtungen - sein Daten- und Dokumentenmaterial umfassend in ein nationales und internationales System der Informationsversorgung einbringen.

Service für den Nutzer - die KOBV-Suchmaschine

Kern des KOBV ist die Suchmaschine. Mit dieser ist ein internetbasierter Dienst entwickelt worden,

  • der die Ressourcen der wissenschaftlichen Bibliotheken über die Region hinaus weltweit nutzbar macht,
  • der wissenschaftlichen und privaten Nutzern den Abruf von Informationen und Dokumenten vom Arbeitsplatz aus ermöglicht.

Über die KOBV-Suchmaschine erhält der Nutzer mit einer einzigen Suchanfrage den Nachweis über

  • große, universale Bestände,
  • wertvolle Unikate,
  • unterschiedliche Medienarten, seien es Bücher, Zeitschriften, Multi-Media-Dokumente, elektronische Publikationen usw.

Gleichzeitig bietet die KOBV-Suchmaschine neue Möglichkeiten der qualifizierten Suche durch

  • fachspezifische Sichten ("virtuelle Fachbibliothek"),
  • eine komfortable Benutzeroberfläche und
  • vielfältige Navigationsmöglichkeiten.

Flexibilität durch das technische System -
die innovative technische Lösung des KOBV

In technischer Hinsicht setzt der KOBV auf ein neuartiges, zukunftsweisendes Verbundkonzept, in dem die zentrale Datenbank mit dem Verbundkatalog ersetzt ist durch verteilte Datenbanken und lokale Kataloge, die durch das Netz (Internet) miteinander verbunden sind. Die zentrale Recherchefunktion ist durch die KOBV-Suchmaschine ersetzt.

Die eigenständigen lokalen Bibliothekssysteme kommunizieren über international verbreitete und genormte Schnittstellen (Z39.50, WWW) miteinander und verzichten zugunsten einer verteilten Datenhaltung und der Primärkatalogisierung im Lokalsystem auf einen zentralen Katalog.

Dieses verteilte System erlaubt eine hohe Flexibilität und die schnelle Anpassung an die sich rapide ändernden Bedürfnisse:

  • Technische Infrastruktur und Dienste sind nach Bedarf auf einfache Weise ausbaubar (skalierbar).
  • Organisatorische Strukturen, wie beispielsweise der Zuschnitt des Teilnehmerkreises, werden nicht festgeschrieben, sondern sind flexibel änderbar.
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Das Projekt
 
Der KOBV wurde vom 01. April 1997 bis 31. Dezember 2000 im Rahmen eines Projektes am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) aufgebaut. Das KOBV-Projekt wurde im Dezember 2000 erfolgreich abgeschlossen.
Die wesentlichen Aufgaben im KOBV-Projekt waren die Realisierung eines neuen Verbundkonzeptes und die Entwicklung der KOBV-Suchmaschine, dem technischen Kernstück des neuen Verbundes.
Nähere Informationen zum KOBV-Projekt finden Sie auf den Seiten:
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KOBV-Projektpartner
Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg 

In der "Vereinbarung zur Durchführung des Projektes ..." vom 11. Mai 1998 sind die hier aufgelisteten Bibliotheken als Projektpartner aufgeführt (Ansprechpartner in diesen Bibliotheken siehe KOBV-Steuerungsgremium). Der Kreis der KOBV-Projektpartner blieb für die Dauer des Projektes auf diese 15 Bibliotheken beschränkt.
 
Weitere Bibliotheken, die während der Projektphase am KOBV mitwirken wollten, hatten dazu die Möglichkeit, wenn sie bestimmte technische Voraussetzungen mitbrachten (s. dazu "KOBV-Leitlinie - Einbeziehung von "Beta-Testern" in der Projektphase").

KOBV-Projektpartner:
 
  • Bibliothekssystem der Freien Universität Berlin
  • Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin 
  • Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin 
  • Bibliothek der Hochschule der Künste Berlin 
  • Universitätsbibliothek der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus 
  • Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) 
  • Universitätsbibliothek der Universität Potsdam 
  • Hochschulbibliothek der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", Potsdam
  • Bibliothek der Fachhochschule Brandenburg
  • Bibliothek der Fachhochschule Eberswalde
  • Bibliothek der Fachhochschule Lausitz, Senftenberg
  • Bibliothek der Fachhochschule Potsdam
  • Bibliothek der Technischen Fachhochschule Wildau
  • Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
  • Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
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Gremien und Arbeitsgruppen
 
KOBV-Steuerungsgremium
Alle das Projekt betreffenden Grundsatzentscheidungen wurden durch das KOBV-Steuerungsgremium getroffen, das sich im Februar 1997 konstituiert hatte. Es war das einzige Gremium des Verbundes und legte die Leitlinien für den KOBV fest.
Dem Steuerungsgremium gehörten die Staatssekretäre für Wissenschaft, Forschung und Kultur der Länder Berlin (Vorsitz) und Brandenburg (Stellv. Vorsitz), die Mitglieder der Expertengruppe, der KOBV-Projektleiter am ZIB und die Leiter der beteiligten Bibliotheken an (Mitglieder).
 
Arbeitsgruppen des KOBV
Im KOBV-Projekt waren keine festen Arbeitsgruppen eingerichtet, sondern die KOBV-Projektleitung am ZIB setzte nach Bedarf temporäre Arbeitsgruppen zu bestimmten Fragestellungen ein. Um die Effektivität der Arbeitsgruppen zu gewährleisten, erhielten sie einen konkreten Arbeitsauftrag und eine feste Terminvorgabe, zu dem das Ergebnis vorliegen soll. Danach wurden sie abgeschlossen.
Bei der Durchführung der Arbeitsgruppen wurden neue Möglichkeiten der Kommunikation eingesetzt, wie zum Beispiel Mailinglisten. Unterschieden wurde zwischen offenen Arbeitsgruppen, in denen sich jeder Interessierte anmelden konnte, und geschlossenen Arbeitsgruppen, deren Mitglieder vom KOBV-Steueuerungsgremium ernannt wurden. Die Arbeitsgruppen/Mailinglisten waren in der Regel moderiert.

  • Aktive Arbeitsgruppen
    Die Arbeitsgruppen des KOBV-Projektes sind nicht mehr aktiv.
  • Abgeschlossene Arbeitsgruppen
    Während des KOBV-Projektes wurden 10 Arbeitsgruppen durchgeführt; die Ergebnisse wurden publiziert.
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Technisches Konzept - KOBV-Suchmaschine
 
Kern des KOBV ist die KOBV-Suchmaschine, mit der die verteilte Suche über die angeschlossenen Bibliotheken realisiert wird. Die KOBV-Suchmaschine wurde von der KOBV-Projektgruppe im ZIB gemeinsam mit ExLibris (Deutschland) und ExLibris (Israel) auf der Basis des Bibliothekssystems ALEPH500 realisiert.
Die KOBV-Projektgruppe war dabei für die konzeptionellen Arbeiten und die Durchführung von Tests zuständig, während ExLibris für die Entwicklungsarbeiten verantwortlich war.
Die KOBV-Suchmaschine hat am 5. November 1999 planmäßig den Routinebetrieb aufgenommen.
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Terminpläne
 
Gleichzeitig mit dem Aufbau des KOBV und der Entwicklung der KOBV- Suchmaschine fand in den Bibliotheken der Region eine "technische Revolution" statt:
  • in FUB, TUB und HdK wurde erstmals ein Lokales Integriertes Bibliothekssystem eingeführt,
  • die HU stieg auf ein neues lokales System um,
  • der Großteil der Brandenburger Bibliotheken migrierte auf eine höhere Version ihres Bibliothekssystems.
FUB, HU, TUB, HdK und ZIB haben einen Konsortialvertrag mit ExLibris (Deutschland) abgeschlossen zur Einführung von ALEPH500 als einheitliches System in den Bibliotheken und zur Entwicklung der KOBV-Suchmaschine.
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Letzte Änderung am 20.04.2001 durch KOBV-Team
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