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Laufende KOBV-Projekte

GND: Gemeinsame Normdatei für Aleph (zusammen mit hbz, BVB, OBVS GmbH, Ex Libris GmbH)

Zielsetzung des Projekts Gemeinsame Normdatei (GND) ist die Zusammenführung der zurzeit getrennt gehaltenen überregionalen Normdateien GKD, PND, SWD und der Einheitssachtitel-Datei des Deutschen Musikarchivs in einer Gemeinsamen Normdatei. Wie die jetzigen Normdateien wird auch die Gemeinsame Normdatei von den Normdatenteilnehmern kooperativ geführt und an der Deutschen Nationalbibliothek gehalten werden. Am GND-Projekt sind dementsprechend neben der Deutschen Nationalbibliothek alle Bibliotheksverbünde im deutschsprachigen Raum sowie die Zeitschriftendatenbank (ZDB) beteiligt.
Projekt GND für Aleph werden die Software-technischen Voraussetzungen für das Aleph-System zur Abbildung der neuen Normdatenstrukturen mit Hilfe des Herstellers Ex Libris geschaffen und die notwendigen Migrationsarbeiten zwischen den Aleph-Verbünden (KOBV, hbz, BVB, OBVSG) untereinander abgestimmt. Die KOBV-Zentrale ist hierbei federführend tätig. Voraussichtliche Inbetriebnahme der GND ist das 1. Quartal 2012.

»EWIG«: Entwicklung von Workflowkomponenten für die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in den Erd- und Umweltwissenschaften

Die KOBV-Zentrale engagiert sich im Bereich Forschungsdaten und Langzeitarchivierung. Mit DFG-Förderung läuft das Projekt »Entwicklung von Workflowkomponenten für die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in den Erd- und Umweltwissenschaften« in Kooperation mit dem GeoForschungszentrum Potsdam und dem Institut für Meteorologie der FU Berlin. Das Projekt ist auf die Unterstützung der Übertragung von Forschungsdaten aus unterschiedlichen Forschungsumgebungen in digitale Langzeitarchive ausgerichtet. Der Schwerpunkt der Arbeiten besteht in der Optimierung des Ingestprozesses an der Übergabeschnittstelle zwischen (disziplinspezifischem) Datenproduzent und (disziplin-unabhängigem) digitalem Langzeitarchiv. Neben der Entwicklungs eines Validierungstools für Datenpakete ist die Erstellung von Musterpolicies und Best-Practice-Dokumentationen für die bestmögliche Nachnutzbarkeit geplant. Während der gesamten Projektlaufzeit soll in einem iterativen Prozess die korrekte Interpretierbarkeit der Forschungsdaten aus übertragenen Forschungsdatenpaketen durch Wissenschaftler und Studierende getestet werden.Die Nachhaltigkeit des Projekts soll durch weitgehend öffentliche Diskussion und Dokumentation des Projektfortschritts mit konkreten Ergebnissen und Nachnutzungsstrategien in einem kollaborativen Onlinetool gewährleistet werden.

Mable+: Automatische Fehleranalyse in Bibliothekskatalogen (Gemeinsames Entwicklungsprojekt mit dem BVB)

Jeder Katalog enthält fehlerhafte Daten, die das Auffinden von vorhandenen Informationen erschweren, im schlimmsten Fall unmöglich machen. Im Projekt Mable+ wird auf Basis des im KOBV eingesetzten Analyseprogramms MABle die neue Software Mable+ zur automatischen Fehleranalyse und – soweit möglich – Fehlerkorrektur entwickelt. Die Vorgängerversion MABle ist ein Programm für die Fehleranalyse im MAB2 Format, das bereits bei der Migration von Bibliothekskatalogen in den B3Kat verwendet wurde, um vorab die Qualität der Metadaten einzuschätzen und Probleme beseitigen zu können. Für die Analyse mit Mable+ wird keine Datenbank mehr verwendet. Stattdessen werden die MAB-Daten beim Einlesen sofort analysiert. Dadurch kann die notwendige Verarbeitungszeit wesentlich verringert werden. Mit dem Entwicklungsprojekt soll ein Baukastensystem als Open-Source Software auf Basis von Java entstehen, das eine Datenanalyse, Bereinigung und Konvertierung, eventuell auch Dublettenerkennung, für beliebige bibliographische Datenbestände ermöglicht – mittelfristig auch in MARC21.

Contentvisualisierung für Bibliothekskataloge
(Gemeinsames Entwicklungsprojekt mit dem BVB)

Im Bibliotheksumfeld werden unter dem Stichwort Katalog 2.0 verschiedene Verfahren zur verbesserten Präsentation von hochwertigen Kataloginhalten untersucht. Contentvisualisierung als unterstützendes Suchwerkzeug zur Wissensexploration oder zur Eingrenzung von Suchergebnissen jenseits von Treffersortierung und Facettenfilterung ist bisher kaum in Portalen und OPACs verbreitet. Im Entwicklungsprojekt werden verschiedene Ansätze der Contentvisualisierung für die Inhalte der Verbundkataloge bzw. Portale von BVB und KOBV evaluiert, getestet und gegebenenfalls umgesetzt. Dabei geht es nicht um die Eigenentwicklung von Software sondern um die Anpassung bereits vorhandener Lösungen an die spezifischen Anforderungen von Retrievaloberflächen und den größtmöglichen Nutzen für die Anwender. Hauptaufgabe der Entwickler ist einerseits (bibliothekarisch) die Identifizierung der formal und inhaltlich geeignetsten Datenquellen für Visualisierungszwecke, andererseits (informationstechnisch) die Auswahl und Anpassung in Frage kommender Softwarelösungen.

Automatische Konvertierung von PDFs in alternative E-Publishing-Formate
(Gemeinsames Entwicklungsprojekt mit dem BVB)

Die Entwicklungen im Bereich Mobile Applikationen haben durch die starke Verbreitung Mobiler Endgeräte (Smartphones, Tablet PCs und E-Book-Reader) deutlich an Bedeutung im Bibliotheksumfeld gewonnen. E-Books und Online-Publikationen der Hochschulen werden seit einiger Zeit von Bibliotheken als PDF-Dateien über die lokalen Kataloge und/oder über institutionelle Repositorien zur Ausleihe bzw. zum Download zur Verfügung gestellt. Das PDF-Format ist für die Anzeige auf Mobilen Endgeräten aufgrund der starren Formatierung weniger geeignet als XML-basierte Textformate, die verschiedene Anzeigeformate und Zoomstufen flexibel zulassen. Aufgrund fehlender Standardisierungsverfahren sind dabei inzwischen vielfältige Dateiformate für E-Books entstanden. Neben proprietären Formaten bzw. Software wie Mobipocket, Sony eBooks oder Palm Media eReader gibt es auch freie Formate wie FictionBook und ePUB. Mit dem ePUB-Format existiert ein auch bei den kommerziellen Anbietern weitverbreiteter, offener Standard, der von praktisch allen Endgeräten gelesen werden kann. Im Projekt soll geprüft werden, ob Softwaretools für die automatische Konvertierung von PDFs in verschiedene geeignete E-Book-Formate mit vertretbarem Aufwand entwickelt bzw. angepasst werden können. Dazu gehört die Überprüfung der Praktikabilität beim Einsatz im Massenbetrieb. Um zu vermeiden, dass Dokumente in verschiedenen Formaten dauerhaft zentral vorgehalten werden müssen, soll hier insbesondere geprüft werden, ob eine Konvertierung „on the fly“ bei Download eines PDF-Dokuments praktikabel umsetzbar ist.